Funktionsweise
Die Methode fügt kalibriertes Rauschen (typischerweise nach Laplace- oder Gaußverteilung) zu Ausgaben, Abfragen oder Transformationen hinzu. Die Rauschstärke ergibt sich aus der Sensitivität der Funktion und dem festgelegten Privacy-Budget. Das Ergebnis ist eine quantitative Schranke dafür, was ein Angreifer aus der Ausgabe über einzelne Datensätze ableiten kann.
Einsatz im AI enablement data layer
In LLM Capsule wird Differential-Privacy-basierter Schutz während des strukturerhaltenden Kapsulierungsschritts angewendet. Die Kapsel (KI-geeigneter Kontext) trägt die Differential-Privacy-Garantie zusätzlich zur feldbasierten Tokenisierung. Damit werden Inferenzrisiken adressiert, die durch feldbasiertes Masking allein nicht gebunden werden können — insbesondere bei operativen Daten, deren Struktur, Sequenz und Aggregatmuster selbst sensible Informationen enthalten.
Was es nicht ist
Keine rechtliche oder regulatorische Garantie. Es handelt sich um ein technisches Rahmenwerk mit einem einstellbaren Parameter.
Keine Ja/Nein-Aussage. Datenschutz und Datennutzbarkeit sind über das Privacy-Budget gegeneinander abzuwägen.
Kein Ersatz für Governance, Auditierung oder Richtlinien.
Relevanz im Unternehmenseinsatz
Operative Daten — Netzwerkprotokolle, Konfigurationen, OT-Manifeste, klinische Workflows — lassen sich über Muster rekonstruieren, nicht nur über direkte Identifikatoren. Differential Privacy bietet den Rahmen, mit dem Unternehmens-Governance das Datenabfluss-Risiko quantitativ bewerten und ein Budget pro Workflow durchsetzen kann.
Zulässige Aussagen
„Datenschutzerhaltend mit definiertem Risikominderungsumfang"
„Begrenztes Inferenzrisiko innerhalb des Policy-Privacy-Budgets"
„Differential-Privacy-basierte Kapsulierung"
Zu vermeidende Aussagen
„Mathematisch unmöglich zu rekonstruieren"
„100 % sicher"
„DSGVO-konformität garantiert"
„Null-Risiko"